Montag, 20. März 2017

L'Union Estate Naturschutzpark La Digue

Unternehmen Sie auf La Digue Seychellen einen Ausflug in die Kolonialgeschichte. Besuchen Sie den L'Union Estate Naturschutzpark. Früher war hier eine Kokosnuss- und Vanille-Plantage.

Riesenschildkröte im L'Union Estate Naturschutzpark La Digue
Riesenschildkröte im L'Union Estate Naturschutzpark La Digue
Wie kommen man zum L'Union Estate?

Sie erreichen den L'Union Estate Naturschutzpark über die einzige befestigte Küstenstraße. Er liegt in Richtung Süden.

Der Eingang zum L’Union Estate befindet sich am südlichen Ende der Küstenstraße. Die Öffnungszeiten sind täglich von 07.00 bis 17.00 Uhr. Achtung! Hier zahlen Sie Eintritt: 10 Euro, 10 Dollar oder 100 Rupien (6,95 €).

Gleich hinter dem Eingang beginnt ein Weg durch durch die Plantage. Vormittags stehen Ochsenkarren bereit, nachmittags nicht. Fahrradfahren ist verboten. Der Park ist schattig und angenehm zum Laufen.

Alter Friedhof der ersten Siedler von La Digue

Nach wenigen Metern erreichen Sie den alten Friedhof der ersten weißen Siedler von La Digue. Er ist etwas ungepflegt. Die Grabsteine sind teilweise umgekippt.

Plantation House

Ihr Weg führt am Plantation House vorbei. Als eines der ältesten Plantagenhäuser ist es der Mittelpunkt des L'Union Estate. Das Plantagenhaus gehörte der wohlhabenden Familie Hossen aus Mauritius. Sie kam im 19. Jahrhundert auf die Seychellen.

Das Plantation House ist im französischen Kolonialstil erbaut. Es hat ein Dach aus Palmenblättern, das von Pfählen und Dachsparren aus Edelhölzern gestützt wird. Die Treppen an allen vier Seiten des Hauses sind die architektonische Besonderheit der Plantagenhäuser dieser Zeit.

Plantation House National Monument, täglich geöffnet von 7 bis 17 Uhr.

Plantagenhaus La Digue
Plantagenhaus La Digue
Drehort von Goodbye Emmanuelle

Im Jahre 1977 wurde der Film "Goodbye Emmanuelle" hier gedreht. Heute gehört das Haus zu den wertvollen Denkmälern und erinnert an das kreolische Erbe auf den Seychellen.

Kopra aus dem Brennofen

Unweit des Plantation House steht noch die traditionelle Kopra-Mühle zu Demonstrationszwecken. Kopra ist das getrocknete Kernfleisch von Kokosnüssen. Es wird in der traditionellen Kopra-Mühle so lange gemahlen, bis das gesunde Kokosöl fließt.

Kopra Ölmühle La Digue, Wikipedia, Esskay
Kopra Ölmühle La Digue, Wikipedia, Esskay
Lassen Sie sich die Schritte zur Kokosöl-Herstellung zeigen. Sehen Sie sich an, wie das Kopra in der Mühle ausgepresst und das gesunde Kokosöl gewonnen wird. Ein einsamer Ochse treibt die Mühle an. Ganz wie früher. Bis in die 1980er Jahre wurden Kokosnüsse angebaut und auf diese Art zu Kokosöl verarbeitet.

Giant Union Rock

Bleiben Sie auf dem eingeschlagenen Weg. Sie kommen zu einem riesigen Granitfelsen, der rund 4.000 Quadratmeter Landfläche bedeckt und etwa 40 Meter hoch ist. Der Giant Union Rock soll 700 Millionen Jahre alt sein. Denn die Seychellen waren der Mittelpunkt des prähistorischen Urkontinents Gondwana. Er zerbrach vor Millionen Jahren in die südlichen Kontinente Amerika, Afrika, Australien, Indien, die Antarktis und die arabische Halbinsel.

Aldabra-Riesenschildkröten

Direkt am Monolith befindet sich ein Schildkrötengehege. Hier leben einige Aldabra-Riesenschildkröten. Leider sind die Tiere dort immer eingesperrt. Anders als auf den unter Naturschutz stehenden Inseln Curieuse oder Bird Island mit der 170 Jahre alten Esmeralda.

Vanille-Plantage

Vom Schildkrötengehege ist es ein kurzer Weg zur Vanille-Plantage. Laufen Sie immer der Nase nach. Der süßliche Geruch ist nicht zu verfehlen.

Vanilla fragrans
Vanilla fragrans (CC0) Wikipedia
Vanille

Die Gewürzvanille ist eine immergrüne Kletterpflanze, der spärlich verzweigte Spross erreicht Längen von 10–15 Meter. Die dunkelgrüne Sprossachse ist im Querschnitt rund und meist etwa 1, seltener bis 2 Zentimeter dick.

Die spanischen Eroberer brachten die Vanille nach Europa. Da sie nur in Mexiko wuchs, hatten die Spanier lange Zeit das Monopol auf Vanille. Heute wird sie in tropischen Gebieten rund um die Erde angebaut. Madagaskar und Réunion sind die wichtigsten Anbauregionen.

Vanille-Pflanzen wurden im 19. Jahrhundert von Mexiko kommend auf La Digue angepflanzt. Der kommerzielle Anbau war sehr aufwendig. Denn die Vanilleblüten werden nur durch ganz bestimmte, ausschließlich in Mexiko und Zentralamerika vorkommende, Bienen- und Kolibriarten bestäubt.

Erst 1837 gelang es dem belgischen Botaniker Charles Morren, die Fortpflanzung der Vanille nachzuahmen. Er konnte eine künstliche Bestäubung in einem Gewächshaus durchführen.

Fast zur gleichen Zeit, im Jahr 1841, glückte dem Plantagensklaven Edmond Albius ebenfalls eine künstliche Bestäubung. Als Lohn soll er später seine Freiheit zurückerhalten haben.

Bei der arbeitsaufwendigen künstlichen Bestäubung, mit z. B. einem Stachel pflanzlicher Herkunft (Kaktus, Organenbaum, Bambus, etc.), schaffte ein geübter Plantagenarbeiter am Tag etwa 1.000 bis 1.500 Blüten.

Bourbon Vanille

Die Bourbon Vanille hat ihren Namen vom langjährigen Hauptlieferanten von Vanille, der Insel Réunion im Indischen Ozean. Sie hieß bis zur Französischen Revolution und danach wieder von 1810 bis zur Februarrevolution 1848 Île Bourbon. Diese Vanille gilt als die beste der Welt.

Heute sind die Hauptanbaugebiete Madagaskar (der Norden Madagaskars liefert über 50 % der Weltproduktion), die Komoren und an dritter Stelle Réunion; Mexiko liefert nur noch etwa 10 % der Vanilleproduktion.

Weitere Anbaugebiete sind Mauritius, Indonesien (Java), die Seychellen, Tahiti und Sansibar. Die Anteile an der Weltproduktion schwanken klimabedingt (Zyklone in Madagaskar) sowie durch Qualitäts- und Preisschwankungen teilweise stark.

La Digue Hotels in der Nähe vom L'Union Estate Naturschutzpark

Zu La Digue Hotels
Zu Kombireisen Seychellen